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Kai-Holger Brassel
Autor und Software-Entwickler

Habe ich schon erwähnt, dass "All An!" auch ein politisches Buch ist? Jedenfalls wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Forumsbeitrag für die Zeitschrift für Fantastikforschung zur Frage des Einflusses von Fantastik auf Politik und Gesellschaft beisteuern wolle. Da habe ich mich nicht zweimal bitten lassen. In dem zehnseitigen Essay beschreibe ich, warum ich als Quereinsteiger einen utopischen Roman verfasst habe und was mir als angehender Self-Publisher am Literaturbetrieb und der Fantastikszene aufgefallen ist, etwa die Sprachlosigkeit zwischen »den zwei Kulturen«, zwischen Science und Fiction, und damit einhergehend: einem unproduktiven Verhältnis zwischen modernen und postmodernen Geistesströmungen. Oder auch das teilweise Versagen des Buchmarktes, der mit um die 75.000 Neuerscheinungen pro Jahr offensichtlich überfordert ist.

In der Einleitung heißt es: "Kai-Holger Brassel zeichnet aus der Schreibpraxis eines späten Quereinsteigers die Bewegung von der Fortschrittssemantik der klassischen Moderne hin zur Vielstimmigkeit gegenwärtiger SF nach – mit Climate Fiction, Solarpunk und komplexen, multiperspektivischen Erzählformen als Gegenentwürfen zu Erschöpfung und Dystopie-Sättigung. Seine Diagnose der Sichtbarkeitsökonomien – zwischen Literaturbetrieb, visuellen Medien und Buchmarkt – mündet in ein programmatisches Plädoyer: Expertise aus Natur- und Sozialwissenschaften stärker mit poetischen Verfahren zu verschränken, um Zukunft erzählbar zu halten."

Die Forumsbeiträge gibt es kostenfrei zu lesen oder als PDF unter: ZfF Forum.